
Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für Ihr Vertrauen, das Sie uns schenken, indem Sie dieses Blatt erworben haben. Bereits nach dem Lesen der ersten Seiten wird Ihnen das Niveau der durchaus prägnanten Darstellung jahrgangspezifischer Themenpunkte auffallen.
Wir schreiben das Jahr 2000. Eigentlich bietet diese Jahreszahl schon Anlass genug, selbst als schlichtes, aber dennoch ansprechendes Motto gewählt zu werden. Doch die göttliche Fügung verlangte eine andere Ausrichtung dieses Werkes.
Ganz Deutschland ist von den Römern besetzt ... HAHAHA ! Ganz Deutschland !?! Aber nein! Doch nicht ganz Deutschland! Schon mal gehört, gell? Im äußersten Nordwesten hat sich ein primitiver, atavistischer, gallo-germanischer Volksstamm amsivarischen Ursprungs gegen die römische Zivilisation und den römischen Weina aufgelehnt und sich dem Bierb verschworen [1]. Kleine Geschichtsstunde: Schon im alten Ägypten galt Bier als heiliges Getränk (deutsches Reinheitsgebot?!?). Es garantierte dem Konsumenten eine größere Gottesnähe [3].
Der böse Römer konnte diesen Boykott natürlich auf keinen Fall zulassen, da sonst das germanische Bieroligopol eine ernsthafte Gefahr für die römische Wirtschaft werden würde. Zur Deeskalation der ökonomischen Spannungen wurde ein Einschreiten der NATO unausweichlich. EU-Kommisar Cäsar (100-44 v.Chr.) erhielt schließlich den Oberbefehl über die autonomen, erzkapitalistischen Wirtschaftsregionen [4]. Der Widerstand gegen die Zwangswirtschaft des Kommissars wäre fast zusammengebrochen, als den Amsivaren eine technische Errungenschaft zur Hilfe kam: das Quantendampfspektralaggregatc [2]. Nach dieser Erfindung wurden sich die Druiden der Bedeutung neuer Technologien für den Stamm bewusst und sie entschlossen sich, einen ganzen Jahrgang Lehrlinge zu Druiden zu ernennen. Dies war auch in den Jahren zuvor geschehen, doch nun standen sie zur besonderen Förderung der Bildung unter dem Banner von Abilix und Obelix, zweier merkwürdiger Gestalten vom andern Ufer der Ems. Diese hatten unter Alkoholeinfluss einen Knechtschaftsvertag mit den Druiden abgeschlossen, der die Aufnahme aller Neulinge in ihre Obhut beinhaltete und im Gegenzug die Exklusivimportrechte für Zaubertrankd gewährte, was mit Hilfe der Vermarktungsstrategie der Druiden immense Gewinnspannen versprach.
Doch ergab sich mit dem allgemeinen Konsum von Bier und Zaubertrank ein Problem: Nicht nur der Konsument, sondern auch sein neuerworbenes Wissen schien den Göttern näher als dem eigentlichen Besitzer [3]. Die scheinbar unüberwindbaren Hindernisse, die sich aus der Polarisierung der Wirtschaft und den sozialen Spannungen ergaben, ließen einen Fortbestand der Gesellschaft nicht erwarten. In diesen dunklen Tagen schöpften alle Menschen Hoffnung aus einer alten Prophezeiung ihrer Vorväter: „Derjenige, der das heilige Abitur aus dem Steine zu ziehen vermag, soll König sein. Heerscharen aus Göttern und Engeln werden herniederfahren, um zu richten über die Ungläubigen.” [5]
Aber dies ist eine andere Geschichte voller Magie, Ehre, Ruhm, Schicksal und Berufung.
In unserem Falle handelt es sich lediglich um ein paar kleine Pergamente mit dem Siegel der Anführer, genannt Abitur.
Worterklärungen:
a: Wein - Getränkt aus verfaulten Trauben, das zu ca. 10% vol. aus giftigem Alkohol besteht
b: Bier - Getränk der Götter
c: Quantendampfspektralaggregat Erfindung die den Germanen zu Hilfe kam
d: Zaubertrank heftiges Gebräu, das tote Krieger aus ihren seligen Träumen reißt
Quellenverzeichnis:
[1] C. Iulius Caesar: „de bello amsivaro“, Augustus-Verlag, Rom (66 v. Chr.)
[2] „Was ist Was“ Band 413: „Römer und Germanen“, Tessloff Verlag, Hamburg (865)
[3] Alfred Bioschleck: „Kulinarische Genüsse - der Römertopf“, Verlag neues Kochen, Mainz (1999)
[4] „Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes“: Band 3, Verlag des Emsländischen Heimatbundes, Sögel (1213 v. Chr.)
[5] Michael Ende: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ K. Thienemanns Verlag, Stuttgart (1960)