
Mit dem Verlassen der Schule dieses Jahrgangs endet endgültig und unwiederbringlich die Zeit des
ASA n.e.V.
So soll an dieser Stelle noch einmal auf den ASA und seine Bedeutung zurück geblickt werden. Zunächst wird sich für Viele die Frage stellen, „Was war der ASA überhaupt?“. Denn obwohl er eine Einrichtung war, die sich speziell aus unserem Jahrgang heraus bildete und nach allen Seiten für Neues offen war, erfreute er sich keiner großen Bekanntheit. Der ein oder andere, der vielleicht zu einem ASA-Mitglied Kontakt hatte, wird sich eventuell an ein paar Leute erinnern, die sich während eines ASA-ontour mit einem ASA-T-Shirt durch die Weltgeschichte bewegten, aber die genaue Bedeutung von all dem wird wohl kaum einer gekannt oder gar begriffen haben. Doch beginnen wir mit den Anfängen, die nach der noch vagen und lückenhaften ASA-Geschichtsschreibung der ersten Zeit mit dem Jahr 1997 datiert werden. Was sich in diesen Tagen abspielte, wurde in den Gesängen der Gründung festgehalten, deren wahre Bedeutung sich in heutiger Zeit nur noch erahnen lässt. Im Sommer und Herbst desselben Jahres wurde dann häufig, fast regelmäßig einmal die Woche, ein ASA zelebriert. Aus dieser Zeit stammt auch der Name ASA, der zunächst als Abkürzung für Armer Schüler Abend die kultische Handlung an sich bezeichnete und später im allgemeinen Sprachgebrauch der ganzen Organisation einen Namen gab. Der Zeitraum von Herbst 1997 bis Sommer 1998 kann als Blütezeit des ASA bezeichnet werden. Inzwischen hatte sich die klare Struktur des ASA herausgebildet. Dabei gab es zwei parallele Systeme, die zusammen mit einem abstrakten Regelwerk und einer Sammlung sowohl von eigenen als auch von anderer Stelle übernommen Gesängen die Grundlage für die Zeremonien bildete. Das erste System war das der Edelleute und Clanführer: Aus jeder der vier Himmelsrichtungen kam ein Edelmann zu dem allgemein bekannten Treffpunkt, von wo aus dann alle zur gemeinsamen Feste fuhren, bei der der Rest der Zeremonie stattfand. Dort war das zweite System von großer Bedeutung: Das System der Religionsführer und Kastenangehörigen. Jeder der Edelleute nahm nun seine Funktion als Religionsführer ein. Dabei spielten die Ämter des Zeremonienmeisters und des Hohenpriesters eine besondere Rolle. Bei jedem ASA war zusätzlich zu den vier Edelleuten ein Stargast zugelassen, der sich dann im Gefolge und unter dem Schutz eines Clanführers befand. Ein Stargast konnte dann, nach einmaliger Teilnahme, dem Clan seines Clanführers und je nach Stand einem der zahlreichen Kasten des ASA zugeordnet werden. Im Anschluss an die Zeremonie wurde in der Feste Rat gehalten. Dabei wurden alle Belange des ASA ausführlich besprochen und Entschlüsse nur mit vollständiger Mehrheit gefällt, denn jeder der Edelleute hatte ein Vetorecht. So wurde erreicht, dass jede Entscheidung von jedem vollständig mitgetragen wurde. Auch wurden im Rat viele neue Ideen besprochen und mit viel Mut und Phantasie wurden für die Unterschiedlichsten Bereiche neue Möglichkeiten ersonnen, ausprobiert und nach langen Tests verbessert, bis sie endlich ausgereift waren. Zur Erprobung des Neuen boten sich neben den normalen ASA-Veranstaltungen der ASA-ontour und später auch der ASA-extrem an. Der ASA-ontour war eine eintägige, der ASA-extrem eine mehrtägige Fahrt, bei der sich der ASA, ganz auf sich selbst gestellt, bewähren musste. Die Resultate waren oftmals erstaunlich und viele Erkenntnisse, wie beispielsweise die Wichtigkeit eines Löffels für das menschliche Überleben, und Fähigkeiten, wie das lyrische Protokollieren, oder gar gesellschaftlichen Initiativen, wie 'Keks statt Nikotin', sind heute fast jedem gebildeten Menschen bekannt, ohne dass sich dieser bewusst ist, dass der Ursprung dieses Wissens beim ASA zu suchen ist. So profitieren heute viele, nicht nur aus unserem Jahrgang, von dem was in Glanzzeiten des ASA geleistet wurde. Als Höhepunkt kann ohne Zweifel der erste ASA-extrem im Sommer 1998 gelten. Das Protokoll dieser Aktion spiegelt dem Leser die revolutionäre Vorbildfunktion der vier Tage dauernden Veranstaltung wieder, deren Ideen und Erkenntnisse die Grundlage für zahlreiche Unternehmungen in heutiger Zeit bildeten. Doch wie glorreich man diese Ära auch schildert, um so schicksalhafter und verhängnissvoller erscheint einem die Zeit des Niedergangs des ASA. Fast ist man dazu geneigt, den ASA-Rat in der ASA-Feste mit Arthus’ Tafelrunde auf Kamelot zu vergleichen. So groß der Glanz ihrer geeinten Macht auch war, der Untergang wurde durch innere Konflikte eingeleitet, die von der ersten Stunde an unausweichlich waren. Schon beim ersten ASA-extrem waren, aufgrund äußerer Umstände, nur drei Clans anwesend und auch beim zweiten ASA-extrem im Sommer 1999, zu einer Zeit, als schon lange keine regelmäßige ASAs mehr abgehalten wurden, ließ sich die Zahl nicht erhöhen. Zudem schwand das Statusbewusstsein einiger Edelleute, die sich nicht mehr wirklich als arme Schüler fühlen konnten. Doch wie jeder weiß ist es sinnlos, den Lauf der Geschichte aufhalten zu wollen und so lässt sich nur noch feststellen, dass der ASA das Jahr 2000 nicht mehr erlebt hat. Nun verliert auch der Letzte das Recht sich als armen Schüler zu bezeichnen. Im Nachlass des ASA blieben neben den zeremoniellen Gesängen auch die Protokolle der beiden ASA-extrem zurück, die noch einmal Einblick geben in die Vielen so fremde Welt des ASA. Was er nun für den Einzelnen bedeutet haben mag, ob Clan, Religion oder ein Schlägertrupp, so wird er doch all denen, die in gekannt haben, stets in positiver Erinnerung bleiben.
Ob er je wiederauferstehen wird, vermag kein Mensch zu sagen, doch lebt er stets in unseren Erinnerungen fort.
Es nehmen Abschied:
Kunibert, Artus, Edelgard und Angelius