Unsere Population war insgesamt
eine aufsehenerregende Entdeckung. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Merkmale erhielt sie den
Namen der "Schrägen Hangnager".
Die Individuen dieser Art waren gekennzeichnet durch eine einseitige Verkürzung der Vorder- und Hinterextremitäten, die eine Morphotypenhälfte hatte die kurzen Beine auf der rechten, die andere auf der linken Körperseite, so dass die clockwise und anticlockwise runners häufiger eine gegenläufige Bewegungs- und Betrachtungsweise zeigten. Zunächst beschnupperten sich die Populationsmitglieder vorsichtig, aber stets friedlich und freundlich. Es folgte die Annäherung der Individuen, die als Phase des "gegenseitigen Wegguckens" nahezu ritualisiert ablief. Die beiden Individuen schauen sich kurz an und drehen dann schnell den Kopf weg. Das wiederholt sich mehrmals und endet schließlich in einem gegenseitigen Anstarren und einem abschließenden Belecken der Schnauze. Letzteres wurde beibehalten und vollzog sich in halbjährlichem Rhythmus.
Bald entdeckten einige unterschiedliche Morphotypen, dass sie sich durch gegenseitiges Abstützen das Leben erleichtern und die Gefahr des Umkippens verringern können. Im übrigen beobachtete man im Populationsleben eine fortschreitende Angleichung der rechts- und linksseitigen Beinlängen, so dass sie immer häufiger einen gemeinsamen Weg gehen konnten.
Zwei verschiedene Morphotypen der Insel Berendsi und Sommerlandi schlichen sich nahezu unbemerkt in die Population ein. Während ein Morphotyp das Revier wieder ohne Hinweis auf einen Verbleib verließ, führten die übrigen Morphotypen den zweiten Hangnager mit auffällig verlängerten Vorderbeinen und verkürzten Hinterbeinen behutsam und behilflich an die ergiebigen Futterstellen. Bei allen Gemeinsamkeiten wurden die Positionen innerhalb der Population ausgebaut, was sich an einer ökologischen Einnischung zeigte, die sie hoffentlich ergiebig und mit der richtigen Schwerpunktsetzung nutzen werden. Sollte die Nischenbewohnung einmal schwieriger werden, werdet Ihr Euch hoffentlich den Blick für das Wichtige bewahren und Eure nette und freundliche Art beibehalten.
Euer
Gerhard Heinz
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